Hochzeit-Special Teil 2: Insidertipps für die Landhochzeit

Eine Landhochzeit ist für viele Verliebte der Inbegriff der romantischen Feier. Auf dem Weg zu diesem wunderbaren Fest gilt es jedoch unzählige Dinge zu beachten, damit alles perfekt wird. Kleidung, Ringe, Deko, Blumenschmuck und nicht zuletzt die Location … Eine Hochzeitsplanerin ist in dieser aufregenden Zeit eine wunderbare Unterstützung. Die Event- und Hochzeitsplanerin Britta Diebel (Ideenwiege) verrät uns heute mehr über ihre Arbeit und den spannenden Weg zur Hochzeit auf dem Land.

Hallo Britta, bitte stell dich kurz vor:

Erst einmal vielen Dank, dass Ihr mich zum Interview eingeladen habt - ich freue mich sehr! Ich bin 35 Jahre alt, habe zwei Kinder und bin seit 2014 verheiratet - was vielleicht auch eine gute Grundvoraussetzung bei dem Thema ist;) Ich komme aus Leipzig, habe auch in Leipzig studiert und lebe inzwischen mit Mann und Kindern vor den Toren der Stadt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich schon immer einen Hang zum Orga-Wahn hatte - und das habe ich mit der Ideenwiege umgesetzt.

Wie genau kannst du Brautpaare bei ihrer Landhochzeit unterstützen?

Ich bin gute Fee, Ratgeber, Freundin und kritischer Begleiter zugleich. Ich nehme die Paare an die Hand und finde gemeinsam mit ihnen heraus, was sie sich vorstellen und wie der große Tag aussehen soll. Dann verflechte ich alle Punkte so miteinander, dass da eine schöne, runde Geschichte draus wird. Das Motto der Ideenwiege lautet “Besonders. Persönlich. Feiern” - und nicht aus der Schublade! Das ist mein grundsätzliches Anliegen beim Planen von Hochzeiten und anderen Veranstaltungen.

© Henriett Zimmer für Ideenwiege

Garten oder Festsaal - welche Location findest du schöner?

Dinge müssen authentisch sein! Wenn ein Brautpaar mich kontaktiert, das gern die gehobene Gastronomie genießt, luxuriösen Urlaub macht und sich damit sehr wohl fühlt, dann sollte auf jeden Fall in einem Festsaal gefeiert werden. Ich persönlich finde es optimal, wenn eine Location alles zu bieten hat - vom Festsaal über den schönen Garten bis hin zum Räuberspielplatz für die Kinder. So herrscht ein gutes Gleichgewicht zwischen Opulenz leben und feiern. Denn je prominenter das Eine ist, desto mehr könnte das Andere hinten runter fallen. Deswegen sollte man sich in der Mitte treffen.

Welches sind für dich die schönsten Hochzeits-Locations im Leipziger Land?

Im Südosten vor den Toren Leipzigs findet man industriellen Charme auf dem Land. Das Alte Krankwerk in Naunhof verbindet so Vieles: Eine großzügige Festhalle, interessantes Interieur und einen wilden Garten mit Bauwagen und kleinen offenen Sitzecken, die nicht nur zum Feiern, sondern auch zum Verweilen einladen. Außerdem ist dieser wildromantische Garten auch eine außergewöhnliche Kulisse für eine freie Trauung. Das Alte Kranwerk verzaubert durch liebevoll und nachhaltig aufgearbeitete Kulisse, liebenswerte Menschen und tolles Essen, ach das muss man gesehen haben:-)

Eine tolle Location für die Landhochzeit ist auch das Rittergut Ermlitz: In Schkopau bei Schkeuditz werden nicht nur Prinzessinnenträume war, wenn man den Garten mit Rosenrondell betritt. Auch die Vintagebraut kommt beim rustikalen Look des ehemaligen Kuhstalls voll auf ihre Kosten. Eine Landhochzeit im Scheunenlook mit tollen Vintageelementen lässt sich dort fabelhaft umsetzen. Die weitläufige Anlage des Ritterguts lässt Raum für extravagante Zelte und Lounge-Inszenierungen einer Hochzeit im Freien. Einfach herrlich. Auch hier gibt es in der Parkanlage sehr viel Platz für eine freie Zeremonie im Grünen. Die Braut schwebt hier tatsächlich wie eine Fee eine kleine Treppe auf die Gästeschar zu - echt schön!

Mein dritter Location-Tipp für eine Landhochzeit ist die Denkmalschmiede Höfgen bei Grimma. Steht man vor dem schicken Tor in Höfgen, ist man neugierig und demütig zugleich. Wenn der Innenhof erstmal betreten ist, ist es um Brautpaar und Gäste geschehen. Die Denkmalschmiede bietet tolle Räume und eine wunderbare Atmosphäre zum Heiraten. Durchquert man den schönen Innenhof, ist es ein bisschen so wie im Märchen: Man gelangt in einen weitläufigen Garten mit tollem Baumbestand. Der eignet sich für die Freie Trauung, Gartenhochzeit oder den Empfang der Gäste. Dazu bietet die Denkmalschmiede auch noch individuelle schicke Übernachtungsmöglichkeiten - was möchte man mehr...

Wann sollten dich Brautpaare engagieren?

Es gibt tolle Paare, die ganz überpünktlich sind und anderthalb Jahre vor der Hochzeit anfragen. Generell finde ich, dass ein Jahr ein gesundes Zeitmaß ist. Aber auch darunter kann man ein schönes Fest organisieren. Man muss bedenken, das meist ein- bis eineinhalb Jahre vorher die wirklich tollen Traum-Locations für die Folgesaison angefragt werden. Und wenn ein Paar schon weiß, wo es feiern möchte, sollte die Planung frühzeitig beginnen. Wenn die Location offen ist, spielt die Zeit nicht so eine ganz große Rolle. Aber: Je eher sich Brautpaar und Dienstleister kennenlernen, desto sympathischer und angenehmer wird die Zusammenarbeit.

Wie wichtig ist dir der enge Kontakt zum Brautpaar?

Der ist mir sehr wichtig! Ich lasse immer die persönlichen Facetten eines Brautpaares in meine Arbeit einfließen. Ich mache mir beispielsweise dazu Notizen, wo die beiden im Urlaub waren, was sie gerne tun, wo sie gerne essen gehen… Dies kann ich dann beispielsweise bei der Catering-Anfrage gleich mit einbringen. Generell versuchen ich, in allen Belangen der Landhochzeit mit viel Fein- und Taktgefühl das Paar so an die Hand zu nehmen, dass beide die Entscheidungen miteinander, zusammen treffen. Nicht nur “Okay: a, b oder c?” sondern “Was gefällt euch?” Es sollen nicht drei Brautpaare drei gleiche Entscheidungsvorlagen bekommen. Wir gehen den Weg zusammen!

Kam es schon einmal vor, dass Braut und Bräutigam vollkommen unterschiedliche Vorstellungen hatten?

Ja, das gibts durchaus - und nicht immer so romantisch, wie man sich das vorstellt. Ein Beispiel: Die Braut möchte den Prinzessinnen-Look und der Bräutigam möchte auf dem Motorrad vorfahren. Genau in solchen Fällen ist der Faktor Zeit und dieses gemeinsame Wegbeschreiten sehr wichtig. Eine gute Hochzeitsplanerin vermittelt dann auch ein bisschen psychologisch - für den Frieden und für ein gelungenes Fest ;)

© Johannes Amm für Ideenwiege

Welches sind deine wichtigsten Tipps für Brautpaare?

Das Thema “Authentisch bleiben” ist die Hauptüberschrift, die bei einer Hochzeit über allem steht. Wenn jemand beispielsweise so ein richtiger Do-it-yourself-Künstler ist und weiß, was er will, können wir das wunderbar in die Planung aufnehmen. Brautpaare sollten sich immer fragen: Was soll das große Ganze ergeben? Was ist der Rahmen? Daher rate ich: Bleibt authentisch! Bleibt euch selbst treu! Legt nicht zu großen Wert auf die Erwartungshaltung anderer! Je inniger nämlich das Brautpaar hinter einer Entscheidung steht, desto besser wird diese auch umgesetzt. Was ich allen Paaren außerdem ans Herz lege ist: Lasst - sofern das möglich ist - Familie und Freunde auf dem Weg zur Hochzeit teilhaben. Denn dieses Gefühl, etwas gemeinsam geschaffen, entschieden, gebastelt, vorbereitet oder besichtigt zu haben, das gibt der Landhochzeit ein ganz tolles Gefühl. Das ist sehr wichtig und trägt einen auch als Gast wunderbar. So weiß auch die Oma, dass sie ein Teil der Feier ist - nicht nur die beste Freundin der Braut.

Welchen Moment genießt du bei einer Hochzeit am meisten?

Den erlebe ich meist schon weit vor dem großen Tag. Nämlich dann, wenn ich merke, den richtigen Geschmack zu treffen. Vielleicht vorab kritische Kunden oder Meinungen umzuwandeln in ein “Du holst uns so gut ab, wir fühlen uns wohl.” Das ist für mich der größte emotionale Lohn! Und dann natürlich ist die Trauung immer wieder ein tolles Erlebnis! Aber auch so kleine Hochzeitsmomente wie etwa der vorgeschlagene besondere Augenblick am Nachmittag für die Kinder. Wenn der plötzlich in einen Riesenerfolg mündet, man sich anzwinkert und sagt “Das war eine gute Idee” - das ist ein schönes Gefühl!

Wo und wie haben dein Mann und Du geheiratet?

Wir haben 2014 am längsten Tag des Jahres, dem 21. Juni, geheiratet. Unsere Hochzeit war sehr kontrastreich: Wir haben uns klassisch auf dem Schloss Colditz trauen lassen, gefeiert wurde dann im Alten Kranwerk Naunhof. Dort hatten wir viel Platz für Spiel und Spaß. Wir feierten mit etwa 120 Personen - viele davon Kinder. Das war eine turbulente Feier, an die ich sehr gern zurückdenke!

Liebe Britta, herzlichen Dank für das ausführliche Interview!

Über Britta Diebel, ideenwiege.de:

Britta organisiert von berufs wegen schon seit 2009 Veranstaltungen und Feste. Mit der Ideenwiege hat sie ihren Traum einer eigenen Agentur für Hochzeits- und Eventplanung verwirklicht. Gemeinsam mit ausgewählten Dienstleistern wie etwa Fotografen und Floristen sorgt sie dafür, dass Verliebte eine traumhaft schöne Hochzeit auf dem Land oder auch in der Stadt erleben.

Portrait Britta Diebel Ideenwiege

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Dieses Interview ist Teil unserer Hochzeit-Serie. Hier erfahren Sie noch mehr:

Hochzeit-Special Teil 1: Tipps für die Hochzeit im Freien
Hochzeit-Special Teil 3: Insidertipps zur Hochzeit in Leipzig